Fritz Machlup

Leben

(* 15. Dezember 1902 in Wiener Neustadt; † 30. Januar 1983 in Princeton, New Jersey); Als Sohn eines jüdischen Unternehmers wuchs er in Wiener Neustadt auf, studierte neben seiner Tätigkeit in der elterlichen Kartonfabrik Staatswissenschaften in Wien und dissertierte mit „Die Goldkernwährung“ (1925) bei Ludwig von Mises. Neben seiner Geschäftstätigkeit nahm er regelmäßig am Mises-Privatseminar teil und publizierte Rezensionen, Aufsätze, Bücher und mehr als 150 Zeitungsartikel. Zusätzlich wirkte der umtriebige Vielarbeiter noch als Vorstandsmitglied im Österreichischen Karton-Kartell sowie in der Nationalökonomischen Gesellschaft und unterrichtete von 1929 bis 1933 an der Volkshochschule Ottakring. Mit „Börsenkredit, Industriekredit und Kapitalbildung“ (1931), einer soliden Analyse der Börsenfinanzierung im Lichte der österreichischen Geldtheorie, wollte sich Machlup ursprünglich habilitieren, doch die Professoren Spann und Degenfeld-Schonburg eröffneten ihm, dass sein Habilitationsansuchen auf Grund seiner jüdischen Abstammung nicht zur Abstimmung gebracht werden würde. Auch Hans Mayer war zur Unterstützung eines Schülers von Mises nicht bereit. In der Folge verließ Machlup 1933 das Land und wurde 1934 Gastprofessor an der Harvard University. Ein Jahr später verkaufte er die Anteile an seiner Fabrik im niederösterreichischen Ybbstal und emigrierte endgültig in die USA. Während des Krieges stand er vielen in Österreich Bedrängten bei und half bei deren Ausreise oder Flucht. In den USA setzte Machlup seine akademische Karriere an verschiedenen Universitäten fort. Er beschäftigte sich vor allem mit internationalen Währungsproblemen, Fragen des Wettbewerbs sowie den Formen des Marktes und legte die Grundlagen für eine ökonomische Theorie des Wissens. 1966 wurde er zum Präsidenten der American Economic Association gewählt. Fritz Machlup wurde stets als eine außergewöhnliche Persönlichkeit beschrieben. Er begeisterte durch seine Agilität, seine intellektuelle Klarheit, seinen Esprit und seine großen didaktischen Fähigkeiten. Von diesem Energiebündel aus Wiener Neustadt sichtlich angetan, verstieg sich ein amerikanischer Student zu dem Wortspiel: Mach 1, Mach 2, Mach 3 – Machlup.