Robert Meyer

Leben

(* 1855 in Wien; † 1914); Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Berlin durchlief der gebürtige Wiener eine mustergültige Beamtenlaufbahn in der Finanzverwaltung, bei der er es bis zum Sektionschef brachte. 1910 wurde er Präsident der Statistischen Zentralkommission und für kurze Zeit sogar Finanzminister. Danach trat er in den Ruhestand, wurde ein Jahr später jedoch neuerlich zum Präsidenten der Statistischen Zentralkommission berufen und behielt das Amt bis zu seinem Tode bei. Als Finanzwissenschafter, dessen Lehrbefugnis 1887 auf Politische Ökonomie erweitert wurde, lehrte Robert Meyer an der Universität Wien und an anderen Wiener Bildungsstätten. Als subjektivistischer Werttheoretiker begründete er in seiner Habilitationsschrift die Steuerpro-gression (1884), die er bei der Reform der direkten Personalsteuer mit Eugen von Böhm-Bawerk als leitenden Beamten auch tatsächlich umsetzen konnte. Ab 1911 fungierte er als Mitherausgeber der Zeitschrift für Volkswirtschaft, Socialpolitik und Verwaltung. In sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen vertrat er einen prallen Etatismus.

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