Glossar

Hier finden Sie eine Übersicht ökonomischer Begriffe.

  • A priori
    Bezeichnet selbstevidentes Wissen, welches sich allein über logisch-deduktive Schlussfolgerungen mittels Verstand herleiten lässt ohne sich dabei auf empirische, sprich der Erfahrungswelt entlehnte Befunde abzustützen. In Anlehnung dazu definiert der Apriorismus die Lehre, wonach es Wissen geben muss, das jeglicher Erfahrung logisch vorausgeht. Es handelt sich dabei um eine Begrifflichkeit der Epistomologie (mit dem Beitrag zu "Epistomologie verlinken)
  • Absoluter Kostenvorteil
    Ein Akteur besitzt einen absoluten Kostenvorteil, wenn er von in Betracht gezogenen Güter absolut mehr produzieren kann als ein anderer Akteur. Der erste Akteur ist in der Lage, Produkt A als auch Produkt B gegenüber dem zweiten Akteur in grösserer Menge herzustellen.
  • Arbitrage
    Der Prozess unterschiedliche Preisspannen auszunutzen. Wichtig dabei ist zu verstehen, dass es für jedes Gut auf dem Markt nicht nur einen Preis, sondern deren zwei gibt. Betritt man den Markt als Käufer, so hat man den Briefkurs (kurz Brief; englisch ask, offer oder rate) zu bezahlen. Ist man stattdessen ein Verkäufer auf dem Markt, gilt es, den Geldkurs (english bid) zu verrichten. Der Briefkurs ist stets höher den der Geldkurs. Brief- so wie auch Geldkurs variieren in ihrem Kurs und sind an unterschiedlichen Orten verschieden. Wer also Arbitrage betreibt, versucht aus diesen sich über verschiedene Regionen unterschiedlichen Brief- und Geldkurse über An- und Abkauf von diesen Preisdifferenzen (englisch spread) zu profitieren.
  • "Banking School"
    Im 19. Jahrhundert war diese Schule der Gegenpart zur Currency School in der Debatte zur Bank of England, welchen Regeln diese unterstellt sein sollte und wie das britische Geldsystem grundsätzlich auszusehen hätte. In Anlehnung an die Schriften Adam Smiths (1723-90) befürwortete die Banking School, ein von John Fullarton (1780-1849) geprägtes Prinzip, wonach eine Überausgabe an Banknoten (gegen Wechsel) nicht eintreten könne, solange die Bank die Einlösepflicht von Banknoten in Gold aufrechterhalten würde. Infolgedessen schlussfolgerte die Banking School, dass die Emission von solchen Banknoten der wirtschaftlichen Aktivität zuträglich sei, die Preise nicht ansteigen liesse und die erforderliche Menge durch den Markt geregelt würde.
  • Bimetalismus
    Eine Art eines Geldsystems, dass versucht einen fixen Wechselkurs zwischen Gold und Silber aufrechtzuerhalten.
  • "Bull market" (Haussemarkt)
    Ein Markt, der sich durch ein vermeintlich anhaltendes Wachstum seiner Indizes gekennzeichnet ist.
  • Ceteris paribus
    Sinngemäß heisst dieser Ausdruck: "unter sonst gleichen Bedingungen". In der Wissenschaft wird diese Begrifflichkeit verwendet, wenn in Gedanken nur ein Element variiert, während alle anderen Variabeln konstant gehalten werden.
  • Chilastik
    Diese Doktrin geht davon aus, dass erst wenn der Mensch vollkommen ist, der Messias wieder auf der Erde erscheinen wird und von da an sein Königreich für 1000 Jahre regieren wird.
  • Chrematistik
    Die Chrematistik ist die Kunst, Reichtum zu erlangen
  • "Currency School"
    Die Currency School geht aus den Schriften des britischen Ökonomen David Ricardo (1772-1823) als Gegenstück zur Banking School hervor. In der Debatte mit der Banking School ging es um die Bank of England, welche Regeln diese zu folgen hat und wie das britische Geldsystem auszusehen hätte. Sie beharrte darauf, dass alle zukünftigen Geldmengenänderungen einer Nation mit den Veränderungen an Goldvorräten einer Nation übereinzustimmen haben. Allgemein lässt sich sagen, dass die Currency School die Ideen des Free Bankings ablehenden gegenüberstand. Die Emission von Umlaufsmittel gegen Wechsel und Staatsanleihen müssen unzulässig sein.
  • deduktiv
    Deduktives Schliessen, meint den Schluss vom Allgemeinen auf das Besondere. Dabei werden aus allgemeinen, richtigen Aussagen mittels der Logik konkrete Aussagen geschlossen.
  • Deflation
    Rückgang der ungedeckten Geldmenge. Die Deflation ist das Gegenstück zur Inflation (Verlinkung) und somit ein monetäres Phänomen. Die Geldmengendeflation ist nicht mit dem Absinken des allgemeinen Preisniveaus (Vergünstigung) zu verwechseln.
  • Demonetarisierung
    Der Vorgang wenn ein bislang als Geld fungierendes Zahlungsmittel seine Funktion als Zahlungsmittel verliert.
  • Grenznutzen
    Die am wenigsten wichtig bewertete Verwendung für die eine potentielle Einheit eines Angebots an identischen Gütern aufgewendet werden kann. Es ist diese am wenigsten wichtig bewertete Verwendung, die nicht mehr berücksichtigt wird, wenn Einheiten eines Angebots an identischen Gütern nicht länger verfügbar sind.
  • Grenzproduzent
    Jener Produzent, der bei einem Fall der Marktpreise für seine Güter oder bei einem Anstieg seiner Produktionskosten aus dem Markt auszusteigen hätte. Der Grenzproduzent oder auch marginale Produzent arbeitet mit sehr geringen Gewinnspannen, so dass kleinste Marktveränderungen sein Geschäft unprofitabel machen können.
  • Inflation
    Ausweitung der ungedeckten Geldmenge. Eine Inflation verteilt vorhandenes Vermögen um und erhöht als Nullsummenspiel nicht den Wohlstand der Gesellschaft. Die Inflation kann auch als erzwungene Form der Geldmengenentwicklung bezeichnet werden. Die Inflation ist ein monetäres Phänomen. Ihre Gegenstück ist die Deflation (Verlinkung). Nicht zu verwechseln ist die Inflation mit dem Anstieg der amtlichen "Inflationsrate" (Teuerung).
  • Kartell
    Ein Zusammenschluss von Firmen innerhalb einer Industrie mit dem Zweck, den Wettbewerb einzuschränken, um damit das allgemeine Preisniveau zu erhöhen, sprich kompetitive Preise durch Monopolpreise ersetzen zu können.
  • Katallaktik
    Das Wort soll auf Richard Whately zurückgehen. In dieser Neuschöpfung steckt ein besonders schönes und symbolträchtiges griechisches Wort: katallattein. Es bedeutet sowohl »tauschen« als auch »vom Feind zum Freund machen«. In gewisser Weise beschreibt dieser Begriff die Theorie der Marktwirtschaft, die auf freiwilligen Transaktionen und nicht auf Zwang beruht.
  • Kathedersozialisten
    Der Überbegriff für die Professoren der Historischen Schule. Diese plädierten für einen starken Staat, der die Wirtschaft nach ausserwirtschaftlichen Erwägungen zu führen un kontrollieren hat. Die Kathedersozialisten werden oft als die Gegner der Österreichischen Schule in der Auseinandersetzung des Methodenstreits(zur Erklärung verlinken) genannt.
  • Komparativer Kostenvorteil
    Wird davon gesprochen, das ein Akteur einen komparativen Kostenvorteil besitzen würde, meint dies, dass dieser Akteur ein Gut zu geringeren Opportunitätskosten herstellen kann, d. h. jene Güter zu produzieren, für deren Produktion dieser Akteur auf die Produktion von vergleichsweise wenigen Alternativgütern verzichtet.
  • Korporatismus
    Dieser Begriff beschreibt in seinem Ursprung das Wirtschaftsprogramm der faschistischen Partei Italien, welche hauptsächlich das britische Gildensozialismus kopierte. Alle ökonomischen Aktivitäten wurden auf 22 Sektoren aufgeteilt, von denen jeder durch eine Korporation repräsentiert wurde. Der Vorstand einer jeden Korporation wurde durch ein Mitglied der faschistischen Partei präsidiert. Heute wird unter diesem Begriff insbesondere die Verfilzung von "Big Government" und Big Business" verstanden.
  • Kreditgeld
    Geld, das sich darüber definiert, dass es ein zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht wieder einlösbarer Anspruchschein auf Gold darstellt.
  • Laissez-faire
    Diese Begrifflichkeit sei auf den im 18. Jahrhundert wirkenden Unternehmer Thomas Le Gendre zurückzuführen. Der damalige Finanzminister Colbert soll diesen gefragt haben, was er denn für ihn tun könne. Daraufhin hätte Le Gendre geantwortet: Laissez nous faire, laissez nous passer, le monde va de lui-même. »Lasst uns einfach in Frieden – lasst uns machen, lasst uns passieren, die Welt läuft auch von selbst.«
  • Mindestreservesatz
    Jener Prozentsatz an Sichteinlagen, die die Geschäftsbanken als Sicherheit halten und nicht weiterverleihen darf. Ein nicht-inflationäres Bankwesen operiert mit einem 100% Mindestreservesatz. Jeder Satz darunter führt zur Aufblähung der Kreditmenge
  • Monopolist
    Das räumliche oder zeitliche Privileg eines Unternehmens, ein Produkt oder eine Dienstleistung exklusiv herzustellen, zu vertreiben oder zu verkaufen.
  • Opportunitätskosten
    Sind die Kosten, auf Opportunitäten zu verzichten, indem man sich für eine Handlung entscheidet.
  • Sachgeld
    Sachgeld meint Geld, das in Form eines Warengeldes existiert. Geld ist also ein Gut das für wertvoll angesehen wird. Die berühmtesten durch den Markt ausgewählte Sachgelder sind Gold und Silber.
  • Sichteinlage
    Täglich fälliges Geld, das keine Zinsen lukriert, da es sich hierbei nicht um einen Tausch in der Zeit handelt. Es wird eine Verwahrungsgebühr fällig.
  • Warengeld
    Meint das Geld, das in Form einer Ware besteht, welches die Marktprozesse über Jahrtausende zum indirekten Tauschmittel (Verlinkung) auserkoren haben. Bekannteste Beispiele hierfür sind Gold und Silber.
  • Zahlungsbilanz
    Diese Bilanz hält alle wirtschaftlichen Transaktionen eines Staates mit dem Ausland im Laufe eines Jahres fest. Heute ist es üblich, die Zahlungsbilanz in zwei Teilbilanzen aufzuteilen. Zum einen in die Ertragsbilanz, in der alle Leistungstransaktionen verbucht werden und zum anderen in die Kapitalverkehrsbilanz, die alle Finanztransaktionen auflistet. In der Ertragsbilanz scheinen alle Leistungstransaktionen und damit die heutigen Güter auf. Sie setzt sich zusammen aus: Güterhandel, Handel mit Dienstleistungen, Arbeitsleistungen, Kapitaldienstleistungen und Laufende Übertragungen. Die Kapitalverkehrsbilanz, die alle Finanztransaktionen und damit die zukünftigen Güter umfaßt, wird wie folgt aufgebrochen: Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, übrige Investitionen und die Internationalen Reserven.
  • Zeichengeld
    Geld, das weder jetzt noch zu irgendeinem späteren Zeitpunkt einlösbarer Anspruchsschein auf Gold darstellt. Es handelt sich dabei, um eine blosse durch den Staat festgesetzte Wertmarkte (Zeichen).