Akademie für Eigenverantwortung
Ein einwöchiges Bildungsprogramm zur Lebensorientierung für außergewöhnliche junge Menschen mit Zukunft veranstaltet vom Institut für Wertewirtschaft.

Allgemeine Vorbemerkung
Nach dem Abschluss der Schule tauchen wohl die meisten Jugendlichen heute in eine Art Grauzone ein, die in der Regel ein, zwei oder auch mehrere Jahre in Anspruch nimmt. Es ist eine Phase der Orientierung, die einerseits lustvoll erlebt wird, andererseits aber auch uferlos zu werden droht und oft zu keiner befriedigenden Lösung führt. Das bedeutet, dass unter Umständen auch keiner der bedachten Wege beschritten wird und den jungen Leuten nun nichts anderes übrig bleibt, als sich irgendwo einen Job zu suchen. Aber wer hat schon das Glück, irgendwo glücklich unterzukommen und dort seine Erfüllung zu finden? Es ist zu vermuten, dass es nicht allzu viele sind, denn immer weniger Menschen können heute aus sich heraus anderen Menschen Arbeit geben und sie demnach ernähren.
Die Gründe für diese allgemeine Unsicherheit und auch Unfähigkeit sind vielfältig: Zum einen ergeben sich aus den natürlichen Talenten und Neigungen der Jugendlichen nur selten klare Interessens- und Berufspräferenzen. Viele haben ihre Talente ja noch gar nicht entdeckt, weil sie niemand gefördert hat. Viele sind sich ihrer Talente wohl bewusst, wissen aber nicht, was sich beruflich mit ihnen anfangen lässt. Auch können viele dem beruflichen Alltag der meisten Erwachsenen nichts Positives abgewinnen, so dass sich die Vorfreude aufs eigene Berufsleben in Grenzen hält. Und außerdem ist man der Schule ja gerade erst entronnen, so dass es nur verständlich ist, wenn man erst einmal Erholung braucht.
Zum anderen treten Jugendliche nur mehr selten beruflich in die Fußstapfen ihrer Eltern. Die Eltern können ihnen - notgedrungen - in dieser Hinsicht kein Vorbild mehr sein. Und so fällt es den Eltern verständlicherweise auch schwer, ihrer Verantwortung in diese Hinsicht nachzukommen. Was sollen sie ihren Kindern auch raten? Pragmatische Eltern tendieren dazu, gute Verdienstaussichten und eine sichere Anstellung ins Treffen zu führen. Idealistische Eltern meinen, dass es wohl das beste sei, dem Herzen, das heißt echten Neigungen und Aufgaben zu folgen. Doch in der Regel heißt es für die jungen Leute: Man könne nun endlich machen, was man wolle. Man müsse sich bloß entscheiden; es gäbe ja so viele Möglichkeiten.
Nicht dass es besser wäre, irgend jemandem die Entscheidung abzunehmen. Doch auf welcher Grundlage können Lebensentscheidungen heute noch stattfinden? Wo nimmt man die Sicherheit her, dass der Weg, den man einzuschlagen gedenkt, ein guter und richtiger ist? Die vielen Gerüchte und Vermutungen, die in den Medien verbreitet werden, sind in solchen Angelegenheiten wenig hilfreich. Viel eher noch sind sie kontrapoduktiv und machen den jungen Leuten bloß Angst. Auch so genannte Berufsmessen sind kaum eine Hilfe. Die vielen Bildungsinstitutionen, die sich mit ihren zum Verwechseln ähnlichen Inhalten an Messeständen präsentieren, entlocken, speziell den besten der jungen Köpfe, rasch ein Gähnen, das an die vielen langweiligen Prozeduren gemahnt, die beim Studieren über die Jahre hinweg zu erledigen sind. Und es stellt sich die Frage: Hat man am Ende etwas gelernt, das in der Tat brauchbar ist?
Was können Eltern tun, um ihren Kindern unter die Arme zu greifen? Können sie sich auf die in den Grund- und Mittelschulen vermittelte Bildung verlassen? Tatsache ist, dass in den Schulen die Frage nach der wirtschaftlichen Selbständigkeit und Eigenverantwortung weitgehend ausgeblendet wird. Wenn man jetzt einwendet, dass tatkräftige junge Leute ohnehin ihren Weg gehen werden, unabhängig davon, ob sie in der Schule dazu animiert wurden oder nicht, dann mag das schon so stimmen. Doch Faktum ist, dass es noch niemals so wenige selbständige arbeitende und damit unternehmerisch tätige Menschen gegeben hat wie heute. Und das ist ein Alarmzeichen, denn das bedeutet, dass die Meisten heute keine Kunden mehr haben, die ihnen freiwillig für ihre Produkte oder Dienstleistungen Geld geben. Und das heißt, dass im Falle grundlegender gesellschaftlicher Veränderungen relativ wenige Menschen aus eigener Kraft ihr Auskommen finden werden. Die Angst vor der Zukunft, die auch immer mehr jüngere Menschen befällt, hat demnach berechtigte Gründe.
Mit Sicherheit gilt, dass eine Gesellschaft, in der die Mehrheit der Menschen eigenverantwortlich tätig ist, stabiler ist als jedes moderne System, das sich die Mehrheit seiner Wahlberechtigten als abhängige Lohnsklaven hält und meint, diese mit den Mitteln der Politik dauerhaft mit allen lebenswichtigen Gütern versorgen zu können. Demnach ist es in einem hohen Grade wünschenswert, mitzuhelfen, den Anteil an eigenverantwortlich denkenden und handelnden Menschen zu erhöhen. Klar ist, dass ein derartiges Ziel selbst nicht mit politischen Mitteln erreicht werden kann, sondern die Verantwortung dafür in den Familien liegt und letztlich beim Einzelnen zu suchen ist. Eine Gesellschaft, in der eine zunehmende Anzahl von Menschen aus sich heraus zugibt, tagtäglich Beschäftigungen nachzugehen, aus denen kein persönlicher Sinn geschöpft werden kann, steht zweifellos an ihrem Ende.
Unser Angebot
Was wir - das Team des Instituts für Wertewirtschaft - zu leisten gedenken, ist, einer kleinen Anzahl von Gönnern, Freunden und Kunden zuzusichern, ihren Kindern all unser Wissen und unsere Lebenskunst mit auf den Weg zu geben, in der Hoffnung, dass die Saat aufgeht und reiche Früchte trägt.
Dreimal im Jahr (Frühling, Sommer und Herbst) bieten wir im deutschsprachigen Dreiländereck ein jeweils einwöchiges Bildungsprogramm zur Lebensrichtungsfindung an, das für maximal 20 Jugendliche konzipiert ist (erstmals ab Herbst 2012). Wir wenden uns an all jene jungen Leute, die einerseits ihre Schul- bzw. Grundausbildung abgeschlossen haben und die andererseits derart neugierig, klug und ehrgeizig sind, dass sie von ihren Eltern durch übernahme der Kosten in ihren Vorhaben unterstützt werden.
Der Ort des Geschehens ist ein freistehender Gebäudekomplex mit ausreichend Schlaf- und Waschmöglichkeiten sowie einer gut ausgestatteten Küche. Die Verpflegung basiert auf Selbstversorgung, d.h. es wird gemeinsam gekocht und gegessen. Als Mentoren stehen Rahim Taghizadegan und Eugen Maria Schulak rund um die Uhr zur Verfügung. Gearbeitet wird sowohl in der ganzen Gruppe als auch in geteilten Gruppen. Zusätzlich finden praktische Übungen in Form von einfachen und leichten handwerklichen Tätigkeiten statt.

Unser Bildungsangebot nimmt seinen Ausgangspunkt in der Philosophie und legt seinen Schwerpunkt auf die wirtschaftlichen Aspekte des Lebens. Dies wird einerseits durch die Selbstversorgung und die praktischen Übungen demonstriert, andererseits durch einen Gastreferenten, der über sein Leben als Unternehmer/Unternehmerin Auskunft gibt. Eingeleitet werden die Themenschwerpunkte durch maßgebliche Quellentexten aus der philosophischen und ökonomischen Tradition, die es gemeinsam zu verstehen gilt und zu diskutieren gilt.
Unser Curriculum beinhaltet fünf zentrale Themen, zu denen es je nach Schwerpunkt Vorträge, Lesungen, philosophische Grundsatzdiskussionen, persönliche Reflexionen, aber auch Übungen in Form von Reden, Gruppenarbeiten und Schreibmeditationen gibt. Die fünf Schwerpunkte sind:
| Beruf | Stärken & Talente, Vorlieben & Interessen, Dienst & Verdienst, Aufgaben, Lebenswege, Strategien, Nischen, Arbeitnehmer & Arbeitgeber, Unternehmertum |
| Beziehungen | Familie, Freundschaft, Liebe, Erotik, Kooperation & Partnerschaft, Bündnisse, Marktbeziehungen, virtuelle Beziehungen |
| Geld | Definitionen, Folgen des Geldes, Sinn des Geldes, Bedürfnisse, Einkommen & Lebensunterhalt, Konsum, Horten & Investieren, Schenken & Spenden, Finanzplanung |
| Kultur/ Tradition | das Eigene & das Fremde, Abbau & Aufbau, klassische Tugenden, das Wertvoll(st)e, Fehlentwicklungen, Jugendkultur |
| Zukunft | Dynamiken, Szenarien, unternehmerische Potentiale, Strategien, Vorsorge, Hoffnungen & Ängste |
Informationen
Veranstaltungsort:
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Weitere Einblicke
Termine: Sonntag, 16.09.2012 16.00 Uhr - Sonntag, 23.09.2012 10.00 Uhr
Kostenbeitrag: 990€, inklusive Unterkunft und Verpflegung, Betreuung und Materialien
Anmeldung
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